Die vierte gemeinsame Rudertour von RCHB und PRG

Klaus Schönhoff vom Ruder-Club-Havel Brandenburg und Werner Sidow von der Potsdamer Ruder-Gesellschaft und waren 2017 auf den Gedanken gekommen, dass die Freizeitsportler beider Vereine doch auch mal gemeinsam eine Ausfahrt unternehmen könnten. Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt und die Brandenburger nach Potsdam eingeladen. Am 26.03.2017 kamen 6 Brandenburger nach Potsdam und stiegen gemeinsam mit 16 Potsdamern in die Boote. Mit zwei Achtern (einer nur mit 7 Ruderern besetzt) und einem Vierer wurde vom Seekrug am Templiner See nach Werder und nach einer Mittagspause zurück gerudert. Am 05.05.2018 trafen sich 13 Potsdamer und 9 Brandenburger Ruderer und Ruderinnen am Bootshaus des RCHB. Mit 4 Vierern und einem Zweier ging die Fahrt durch den Silowkanal zum Breitling und auf der Havel zurück zum Bootshaus an der Näthewinde. Am 19.05.2019 kamen wieder 7 Brandenburger nach Potsdam. Gemeinsam mit 11 Potsdamern ging es diesmal in 2 Achtern vom Seekrug zum Jungfernsee und zurück.

 

Im Jahr 2020 brachte das Geschehen um die Corona-Pandemie einige Irritationen. Die für den 27. Mai geplante gemeinsame Ausfahrt in Brandenburg musste verschoben werden. Im August hatte sich die Lage soweit stabilisiert, dass wieder ein Termin gefunden werden konnte. Die Potsdamer nahmen die Einladung der Brandenburger zum 04.10.2020 gerne an. So trafen sich an diesem Tag zwischen 9 und 10 Uhr 13 Potsdamer und 16 Brandenburger, darunter erfreulicherweise 5 Jungruderer, auf dem Bootsplatz an der Näthewinde. Nachdem Klaus Schönhoff die Mannschaften eingeteilt hatte, wurden 5 Vierer und ein Zweier zu Wasser gebracht und besetzt. Natürlich wurden, wie in den Jahren zuvor, die Mannschaften bunt gemischt. Unter den Potsdamern war Conni Dreßler, die die Fahrt mit ihrem Fahrrad an Land begleitete und Fotos machte, also nicht ins Boot stieg. Bei strahlendem Sonnenschein setzten sich die Boote in Bewegung und fuhren auf der Havel zur Stadtschleuse, die in zwei Durchgängen passiert wurde.

 

Wikipedia macht folgende Angaben zur Schleuse:

 

Die Stadtschleuse Brandenburg (auch Sportbootschleuse Brandenburg) ist eine Schleuse im Brandenburger Stadtkanal in Brandenburg an der Havel. Bewältigten Vorgängerbauten der Stadtschleuse das Schleusen der Frachtschifffahrt durch die Stadt Brandenburg, so handelt es sich beim heutigen Bauwerk um eine reine Sportbootschleuse. Schon im Mittelalter war die Havel ein wichtiger Transportweg für Massengüter. Die Schifffahrt besaß eine große Bedeutung, war einzig durch sie der Transport großer Ladungen möglich. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde begonnen, im Gebiet der Stadt Brandenburg mehrere Mühlenstaue in den verzweigten Havelarmen anzulegen. Dies führte zu Konflikten mit der Schifffahrt, wurden so doch die Wege versperrt. In diesem Zusammenhang wurde zunächst 1321 ein alter Havelarm, der Flutgraben, heute Jakobsgraben außerhalb der Stadt zu einem neuen Schifffahrtsweg ausgebaut. Die Staustufe wurde mittels einer hölzernen Stauschleuse überwunden. Dieser Schifffahrtsweg wurde bis um das Jahr 1550 genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der ehemalige Wehrgraben um die Neustadt kanalartig ausgebaut und im Bereich des Steintorturms eine hölzerne Kesselschleuse, der erste Vorgängerbau der Stadtschleuse errichtet. Diese Schleuse hatte eine Kammerlänge von 69,00 Meter, eine Kammerbreite von 38,60 Meter und Torbreiten von 7,89 Meter am Obertor und 7,20 Meter am Untertor. Dieses hölzerne Schleusenbauwerk wurde bis zu seiner Außerbetriebsetzung im Jahre 1920 für fast vier Jahrhunderte genutzt und mehrfach erneuert.

 

Mit der Industrialisierung und der Zunahme der Berufsschifffahrt erreichte die Schleuse 1870 die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Alleine in diesem Jahr wurden 12.779 Kähne geschleust. Aufgrund der sich ergebenden erheblichen Wartezeiten und zunehmenden Schiffsgrößen (Plauer Maß) wurde zwischen 1881 und 1883 in der Krakauer Vorstadt eine neue Schleuse, die Vorstadtschleuse Brandenburg errichtet. Diese wurde in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut.

 

Kammerschleuse

 

Um weiterhin für kleinere Kähne einen zweiten Schifffahrtsweg zu bieten, wurde im Jahr 1926 die veraltete Kesselschleuse aus Holz abgerissen und an ihrer Stelle eine kleinere Kammerschleuse aus Beton und Stahl errichtet. Diese hatte die Abmessungen Kammerlänge 23,00 Meter, Kammerbreite 5,30 Meter und Torbreite 5,30 Meter. Nach siebzig Jahren wurde diese 1996 durch einen Neubau ersetzt. Die Kammerlänge beträgt seit diesem Neubau 21,07 Meter und die Kammerbreite 5,30 Meter. Das Obertor ist ein Hubtor, das Untertor ein Stemmtor.

Nachdem sich alle Boote oberhalb der Schleuse eingefunden hatten, setzte sich die Flotte in Bewegung und erreichte nach interessanter Fahrt entlang der Silhouette von Neustadt und Dom Insel das Ziel in Klein Kreutz, das Gelände der SG Grün-Weiß Klein Kreuz. Dort wurden die Boote an Land gezogen und die Mannschaften liefen zur nahe gelegenen Sportlerklause, wo es Erbseneintopf mit Knacker oder Bockwurst gab.

Gut gesättigt ging es dann zurück zu den Booten. Nach einigen Umbesetzungen, insbesondere wollten die Jungruderer unter sich sein, wurden die Boote bestiegen und die Rückfahrt begann. Leider war das Wetter nicht mehr so schön wie am Morgen, es war bewölkt und auf der Havel blies den Booten ein frischer Wind entgegen. Erst kurz vor der Stadtschleuse, die wieder passiert wurde, konnte sich der Wind nicht mehr so voll entfalten.

 

In ruhigem Fahrwasser, das nur von einigen Motorbooten belebt wurde, ging es auf dem Kanal und der Havel zurück zur Näthewinde. Am Bootshaus des RCHB wurden zuerst die Boote versorgt und eingelagert.

Dann trafen sich die Ruderer im Vereinshaus zu Kaffee und Kuchen und ließen so den gelungenen Tag ausklingen. Werner Sidow bedankte sich im Namen der Potsdamer herzlich bei den Brandenburgern für die erwiesene Gastfreundschaft.

 

Hans-Jürgen Vogel